Mit neuer Meldestelle im Juni 2025

St.Galler Kirche stärkt Schutz vor Übergriffen

von kid/Andreas Ackermann
min
04.06.2024
Die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St.Gallen überarbeitet ihr Persönlichkeitsschutzkonzept. Das seit 2002 bestehende Konzept genüge den heutigen Anforderungen nicht mehr, ist der Kirchenrat überzeugt.

Bereits im Jahr 2002 hat die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St.Gallen erste Rahmenbedingungen zum Schutz vor ├ťbergriffen im kirchlichen Umfeld geschaffen. In der Folge entstand ein Pers├Ânlichkeitsschutzkonzept. Fortan konnten sich Betroffene an eine unabh├Ąngige Kontaktgruppe wenden, um in einem gesch├╝tzten Rahmen Begleitung und Unterst├╝tzung zu finden.

Bis dato fehlten Schulungen

In der Folge der Studien zu den Missbrauchsf├Ąllen in der Katholischen Kirche Schweiz und der Evangelischen Kirchen in Deutschland liess der Kirchenrat das bestehende Perso╠łnlichkeitsschutzkonzept ├╝berpr├╝fen. Dabei stellte sich heraus, dass das Konzept heutigen Anforderungen nicht mehr gen├╝gt. Bis anhin bestand zwar umfangreicheres Informationsmaterial, doch fehlten verpflichtende Schulungen von Mitarbeitenden und Beh├Ârdemitgliedern sowie ein Verhaltenskodex, der von den Kirchgemeinden je nach ihrer Situation angepasst werden kann. Zudem sollen im neuen Konzept klare Abl├Ąufe im Umgang mit Perso╠łnlichkeitsschutzverletzungen definiert werden. So ist etwa ein Einstufungsraster zu entwickeln, der es m├Âglich macht, Formen von ├ťbergriffen ÔÇô von verbaler Gewalt, ├╝ber Mobbing bis zu Verletzungen der sexuellen Integrit├Ąt ÔÇô klar einzusch├Ątzen und entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Schliesslich m├╝ssen Zust├Ąndigkeiten, Kompetenzen und Prozesse transparent ablaufen sowie die F├Ąlle einheitlich dokumentiert sein.

Mit Meldestelle

Der Kirchenrat hat nun entschieden, bis zum kommenden Fr├╝hjahr das Konzept ├╝berarbeiten zu lassen. Dabei wird die St.Galler Kirche von einer externen Beratungsfirma unterst├╝tzt. Ebenfalls im Fr├╝hjahr 2025 beginnen die Schulungen f├╝r alle Mitarbeitenden und Beh├Ârdenmitglieder der Kantonalkirche und den Kirchgemeinden.Im Juni 2025 soll schliesslich die neue Melde- und Kontaktstelle den Betrieb aufnehmen.

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