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Religionen

Mit dem Kartenspiel für den Frieden

23.10.2019
In Indonesien nimmt der Einfluss des radikalen Islams zu. Die Katholikin Yunita Tan und der Muslim Wawan Gunawan kämpfen für mehr Toleranz im Inselstaat.

Yunita Tan und Wawan Gunawan legen die Spielkarten mit den Porträts der indonesischen Politiker und Freiheitskämpfer auf den Tisch. «Yap Thiam Hien war ein chinesischer Anwalt. Johannes Leimena, später Minister unter Suharto, war Christ», erklärt Yunita Tan. Mit diesen Karten wollen die beiden den Jugendlichen zeigen, dass nicht nur Muslime für die Selbständigkeit des Inselstaates gekämpft haben, sondern auch Christen, Buddhisten und Hinduisten. Entgegen der offiziellen Lesart, die behauptet, nur Muslime hätten Indonesien die Freiheit gebracht.

Mit solchen Projekten kämpfen die beiden Aktivisten des Friedensnetzwerkes Jakatarub gegen die zunehmende muslimische Radikalisierung der Politik und Gesellschaft. Ein geplantes Gesetz sieht drakonische Strafen für das Zusammenleben ohne Trauschein und für ausserehelichen Sex vor. Tausende Demonstranten protestierten jüngst dagegen auf der Strasse. Die Polizei antwortete mit Tränengas, Panzerwagen und Knüppeln.

Der Einfluss des radikalen Islams nimmt zu
Über Jahrzehnte galt Indonesien als Hort der religiösen Toleranz. Neben den 191 Millionen Muslimen konnten die Christen, Hinduisten, Buddhisten und Ureinwohner ihre Religion und Rituale leben. Garant waren das Militär unter Diktator Suharto, das die verschiedenen Bevölkerungsgruppen auf den verstreuten Inseln wie eine eiserne Klammer umschloss. Politische Freiheiten gab es wenige.

Wawan Gunawan, ein sunnitischer Muslim, hatte den Sturz des Diktators miterlebt, als er 1998 an den grossen Protestmärschen teilnahm. Doch seit Suhartos Rücktritt brechen die Gräben in der Gesellschaft auf. In den letzten Jahren nahm der Einfluss des radikalen Islams ständig zu. Viele werden in den Sozialen Medien und teils in den Moscheen aufgehetzt und manipuliert.

Abbau von Vorurteilen
Friedensprojekte wie das Netzwerk Jakatarub, das von dem Basler Hilfswerk Mission 21 unterstützt wird, kämpfen gegen die religiöse Polarisierung in der Gesellschaft. Mit Jugendcamps und Friedensdörfern fördern sie die religiöse Verständigung und Toleranz zwischen jungen Christen, Muslimen, Buddhisten und Hinduisten. Viele dieser Jugendlichen hatten kaum Kontakt zu anderen Religionsgemeinschaften.

Was nach Spass unter Studierenden klingt, ist in Indonesien bitterernst. Yunita Tan weiss, dass ihre Einsätze gefährlich sind. Deshalb erzählt sie ihrer Familie selten, was sie vorhat. «Sie sollen sich nicht ängstigen», sagt die junge Frau. Als Chinesin und Christin gehört Tan zwei Minderheiten an. Diskriminierungen prägen ihre Familiengeschichte. Ihr bleibt nur der Kampf um Anerkennung. Und wenn es schwierig wird? «Dann vertraue ich auf Gott», sagt sie.

Tilmann Zuber, kirchenbote-online, 23. Oktober 2019


KiK Sommerlager 2020  | Artikel

Angesagt!

Noch ist es nicht ganz eindeutig, doch die Anzeichen mehren sich, dass Lager in den Sommerferien durchgeführt werden können. Deshalb schreiben wir unser traditionelles KiK-Lager einfach mal aus.

Falls sich die Situation wieder verschärft, werden alle Eltern informiert!

4. bis am 11. Juli 2020

Thema: «Clubferien»

Kinder im Alter zwischen 7 und 12 Jahren sind herzlich willkommen. Wir lagern im Ferienhaus Camelc in Flond GR.

Total 42 Kinder können mitkommen. Auskunft über Kosten und Unterstützungen bei Budgetknappheit gibt es bei der:

Fachstelle Kinder Jugend Familie

Gaby Bürgi Gsell

Oberdorfstrasse 49, 9100 Herisau

Tel. 071 277 54 21  |  Mail gaby.buergi@ref-arai.ch

Falls das Lager stattfindet, werden die Unterlagen Mitte Juni verschickt!

Wir freuen uns einmal mehr auf tolle Lagertage mit vielen verschiedenen Aktivitäten drinnen und draussen!

jetzt anmelden und vorfreuen!


Kirchliches Leben mit dem Corona-Viraus  | Artikel

Es ist wieder möglich!

Ab dem 28. Mai, also auf Pfingsten 2020, sind Gottesdienste wieder möglich. Für die Durchführung gelten die üblichen Vorkehrungen des BAG. Die Kirchgemeinden sind aufgefordert, für Ihre jeweiligen Verhältnisse wirksame Schutzkonzepte zu entwickeln, was in der Woche vor Pfingsten geschehen muss. Interessierte Kirchbürger informieren sich am besten bei der örtlichen Kirchenleitung über die Massnahmen und Möglichkeiten in ihrer jeweiligen Gemeinde.

 

Der Kirchenrat informiert ebenfalls laufend über seine Homepage. Diese erreichen Sie hier