Es ist gut so
Das ist die Frage. Und ich beantworte sie mit einem fetten «Nein», wenn ich dem «inneren Richter» folge und mein Sein von aussen betrachte. Nein, ich bin übergewichtig und müsste schon einige Zeit weniger Kilo auf den Rippen haben und mein Schreiben könnte besser sein, noch akzentuierter, geistreicher. Unruhe, Unzufriedenheit. Ja genau, solches Denken bringt vor allem meinen Geist in Unruhe, lässt mich nicht mehr gelassen durch den Tag gehen. Ich werde zur ständig Suchenden, rastlos, mein Umfeld belastend. Denn nicht nur ich bin in dieser Situation unzufrieden, ich strahle das auch auf alle und alles andere ab. Haben Sie dieses unangenehm kribbelige Gefühl bei anderen Personen in einem Raum auch schon gespürt? Es ist beinahe so, als ob sie beginnen mit zu vibrieren. Plötzlich nehmen sie selbst die Schwingung auf und beginnen ihrerseits aus dem Lot zu fallen. Nun ist entweder Erdung angesagt oder sie verlassen für kurze Zeit den Raum, um sich zu sammeln.
Ohne Wertung darf alles im Moment sein
Ja, ja, alles darf sein! Wichtig scheint mir dabei die Wertfreiheit. Gar nicht einfach. Für mich beginnt sie mit der Selbstliebe. Ja, es darf gerade in diesem Moment, in dem ich mich befinde, alles sein. Wenn ich ganz in mir ruhe und für mich und mit mir zufrieden bin, dann lasse ich mich von anderen nicht anstecken. Vergleiche mich nicht mit anderen! Ich erfreue mich des Moments. Gewinne der Welt Positives ab. Doch das zu erreichen, ist, wie bereits beschrieben, nicht einfach und bedarf des Trainings. Wie ein Fitnesstraining ist ein tägliches «Wertfrei-Training» angesagt. Immer wieder beobachte ich mich von aussen und wie ich mich fühle. Bringe meinen «inneren Richter» zum Schweigen und weiss dann, dass ich im Moment in meiner besten Verfassung bin. Auch was das Gewicht betrifft. Ändern kann ich es in der Zukunft. Jetzt ist es gut, so wie es ist. Wenn ich mich aber mit anderen vergleiche, beginnt meine Unzufriedenheit. Das Urteil ist gefällt: zu dick! Hilft mir das? Nein. Ganz klar nein, denn ich strahle mein vermindertes Selbstwertgefühl, meine Gedanken aus. Sie mischen sich in die Atmosphäre. Wenn ich meinen heutigen Zustand für den richtigen in diesem Moment annehme, beginne ich sowohl eine andere Körperhaltung als auch eine andere energetische Haltung einzunehmen. Es wird für mich und andere angenehmer, vielleicht sogar so richtig gemütlich. Wohlfühlen ist das Zauberwort. Und ein guter Selbstwert dank Selbstliebe. Ich akzeptiere mich heute so wie ich bin. Es darf sein. Mein Gewicht stimmt für den Moment.
-iks- ist mein Trick
Was mein Schreiben anbelangt, nun, da habe ich mir einen Trick zugelegt. Mein Kürzel -iks-. Ich schrieb schon als Kind gerne und viel. In der Schule erwarteten die Lehrpersonen von mir kürzere Aufsätze, ich wurde gar für zu lange gerügt. Das prägte. Trotzdem war es für mich immer klar, dass ich irgendwann das Schreiben zum Beruf machen würde. Mein Selbstwert in dieser Sache war aber nicht sehr hoch. Deshalb griff ich zu einem Trick. Ich wählte mein Kürzel, das mir jeweils am Anfang eines Berichts Mut macht und bestätigt, dass es möglich ist, dies oder jenes zu beschreiben. -iks- ausgesprochen heisst «i khas», also «ich kann es». Somit erinnere ich mich bei jedem Anfang eines Artikels daran, dass ich heute gerade im Moment mein Bestes gebe. Dass es für mich möglich ist, für die Öffentlichkeit zu schreiben.
Nun, und wo sind Ihre Tricks, damit Sie akzeptieren, was ist und den jetzigen Zustand wertschätzen? Ein Vorschlag, wollen Sie nicht als Start ins neue Jahr mit ihrem ganz persönlichen Wertfrei-Training beginnen? Es bringt viel spannende Momente und viel Freude.
Es ist gut so