Danken, beten, diskutieren
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Die grösste unter ihnen aber ist die Liebe.
Danken, versöhnen, beten — in einer säkularen Gesellschaft sind diese drei Aktionen wichtig für das Zusammenleben. Der eidgenössische Dank-, Buss-, und Bettag lädt ein, Dankbarkeit und Solidarität in der Schweiz über die Konfessions- und Glaubensgrenzen hinweg zu stärken. Gerade in der heutigen Situation ist er ein dringender Aufruf für Gemeinschaft und Hoffnung.
Danken: In einer Welt, die von Krisen und Unsicherheit geprägt ist, ruft der Bettag dazu auf, den Blick bewusst auf das Positive zu lenken. Wir danken für Frieden, die Schönheiten der Schöpfung, die wir allzu oft als selbstverständlich hinnehmen.
Versöhnen: Busse bedeutet nicht moralischer Zeigefinger, sondern eine Haltung der Umkehr. Angesichts von Egoismus, Gottvergessenheit und der Spaltung der Gesellschaft ist dies ein Aufruf, Verantwortung zu übernehmen und das eigene Handeln zu hinterfragen. Es ist die Einladung, Trennendes zu überwinden und sich gegenseitig zu versöhnen.
Beten: Der Bettag ist ein Appell, für unser Land, für Frieden in der Ukraine, in Nahost und der Welt zu beten. Er lädt ein, Hoffnung zu schöpfen, wo Krisen Zukunftsangst schüren. Der Bettag ruft uns auf, die Komfortzone zu verlassen und ermutigt, christliche Werte wie Hoffnung, Liebe und Solidarität aktiv zu leben.
Der bekannte Vers aus der Bibel: «Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die grösste unter ihnen.» (1. Korinther 13,13) betont, dass diese drei christlichen Tugenden zeitlos Bestand haben. Der Bettag ist der Tag, an dem wir uns neu dazu bekennen: Wir lassen uns nicht von Angst, Gleichgültigkeit oder Egoismus bestimmen, sondern leben aus einer Kraft, die grösser ist als wir. Das ist unser Beitrag zu einer Schweiz — und zu einer Welt — die Versöhnung, Hoffnung und Liebe dringend braucht.
Im Namen des Kirchenrates
Der Präsident: Pfr. Martin Schmidt
Die Kirchenschreiberin: Kai Kellenberger
Lange Tradition
Alljährlich zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag verfasst der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen ein Mandat, in dem er sich zu gesellschaftlichen Fragen aus kirchlicher Perspektive Gedanken macht. Buss- und Bettage haben in der Schweiz seit dem Mittelalter Tradition. Ursprünglich wurden die Mandate von staatlichen Behörden verfasst.
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