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Kultur

Lebendig und verankert

Der Oratorienchor St. Gallen schenkt sich zu seinem 400. Geburtstag ein Buch.

«Welch schön bebilderte und sorgsam recherchierte Einblicke in das musikalische und kulturelle Leben der Stadt St. Gallen!» Ortsbürgerpräsident Arno Noger ist über das Buch des Oratorienchors St. Gallen entzückt. Es fasst die 400-jährige Geschichte des wohl ältesten bis heute bestehenden Chors der Schweiz zusammen. Die Geschichte der Musikformation beginnt Anfang des 17. Jahrhunderts, während des Dreissigjährigen Kriegs. Pest- und Cholerazüge prägen das Leben der Stadt St. Gallen: Acht Gymnasiasten gründen ein collegium musicum sangallensis, geben sich strenge Regeln und üben mehrmals wöchentlich.

Gut dokumentierte Vergangenheit

Insgesamt umfassen die Unterlagen des Gründungsvereins 22 Verzeichniseinheiten. Dazu gehören Statuten, Bussenbüchlein, Inventare über die Bücher und Instrumente, Mitgliederlisten und Informationen über das Übungslokal Singerhüsli auf dem Bohl. Auch sämtliche Namen der Gründungsmitglieder sind bekannt. Die frühe und spätere Vergangenheit des Chores ist äusserst gut dokumentiert. Hingegen sind aus der Zeit der Umbenennung des Vereins in Oratorienchor St. Gallen im Jahr 2003 erstaunlich wenig Archivalien vorhanden. Während sich die erste Hälfte des 204-seitigen Buches der Chorgeschichte bis Mitte des letzten Jahrhunderts widmet, befasst sich der zweite Teil mit der musikalischen und historisch-gesellschaft-
lichen Einbettung ins Zeitgeschehen. 

Hilfreicher Zeitstrahl

Die letzten Kapitel des Werkes «Aussergewöhnlich, lebendig, verankert – Chor-, Musik- und Stadtgeschichte 1620 – 2020» sind Zeitzeugen der Chorgeschichte von 1972 bis 2019 überlassen. Eduard Meier, der den Chor von 1972 bis 2009 leitete, sowie Präsidentinnen kommen zu Wort. Und Alfons Karl Zwicker: Er hat im Auftrag des Chors das Werk «Ohr der Menschheit» zum Jubiläum komponiert, das am 4. und 5. April uraufgeführt wird. Das Buch ist reich bebildert und gibt einen Einblick in die Zeit von damals wie heute. Um sie besser einzuordnen, ist die Chorgeschichte in einen Zeitstrahl eingebettet und den geschichtlichen Wegmarken und der Geschichte der Musik gegenübergestellt. Dies erweist sich als sehr anschaulich und hilfreich. (meka/pd)

Text: Katharina Meier / pd | Foto: pd – Kirchenbote SG, April 2020


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