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Gesellschaft

Der Jonas Treff

Der Jonas Treff der ref. Kirchgemeinde Rapperswil-Jona feiert dieses Jahr seinen zehnten Geburtstag. Psychisch kranke Menschen können hier zweimal wöchentlich sorgenloses Zusammensein geniessen.

Der Himmel ist wolkenverhangen an diesem Donnerstagnachmittag, drinnen im evangelischen Zentrum Rapperswil duftet es nach Kaffee, Kuchen und frischen Sandwiches. Rund zehn Personen haben es sich auf der Polstergruppe bequem gemacht – die einen unterhalten sich angeregt, die anderen hören zu oder scheinen ihren eigenen Gedanken nachzuhängen. 

Grosse Portion Herzlichkeit
Es sind Menschen mit psychischen Erkrankungen, die zusammengekommen sind, um gemeinsam ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Immer am Dienstag- und am Donnerstagnachmittag stehen die Türen hier für sie offen. Sie können kommen und gehen, wie sie möchten, und werden von freiwilligen Helferinnen und Helfern mit Speis und Trank und einer grossen Portion Herzlichkeit verwöhnt.

Geselligkeit und Fröhlichkeit
Der Jonas Treff, wie das Angebot der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Rapperswil-Jona und des kantonalen Psychiatrie-Zentrums Linthgebiet heisst, wurde vor zehn Jahren vom damaligen Präsidenten der Kirchenvorsteherschaft, Markus Knoblauch, ins Leben gerufen. Psychisch kranke Menschen, sagt er, lebten oft am Rande der Gesellschaft, weil sie wenig Selbstvertrauen hätten. Der Jonas Treff biete ihnen die Möglichkeit, mit anderen Betroffenen Geselligkeit und Fröhlichkeit zu erleben. Im Schnitt besuchen jeweils zehn bis zwölf Personen den Treffpunkt, darunter auch Katholiken, Muslime oder Agnostiker. Pro Jahr zählt man so rund 1000 Gäste an gut 100 Anlässen. Etliche sind schon seit zehn Jahren regelmässig dabei. Neben einem oder einer Freiwilligen ist auch stets eine Sozialarbeiterin des Psychiatrie-Zentrums in Uznach anwesend. 

Anlässe sind weniger wichtig
Zu Beginn habe man allerlei Anlässe organisiert, erzählt der ehemalige Arzt Markus Knoblauch, der den Jonas Treff noch immer leitet. Aber man habe schnell gemerkt, dass die Gäste daran kein Interesse hätten. «Für sie geht es um das Zusammensein und das Reden.» Die Gespräche drehen sich ebenso um Krankheiten oder Therapien wie um Hobbys, Familie, Politik, Religion oder Alltagsthemen. Und es wird viel gelacht. «Der Treff», sagt Markus Knoblauch, «ist für diese Menschen ein Refugium in einem oft schwer zu bewältigenden Alltag.» 

 

Text: Markus Knoblauch, Bild: zVg  – Kirchenbote SG, Juli-August 2019


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