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Wirtschaft

Kirchtürme ohne Strahlenkranz

Kirchtürme sind bevorzugte Standorte für Mobilfunk-Antennen. Eine Kirchenbote-Umfrage zeigt, dass die meisten Kirchgemeinden dagegen sind – trotz lukrativen Angeboten der Betreiber.

In der Schweiz stehen rund 18’800 Mobilfunk-Antennen an 6500 Standorten. Nach eigenen Angaben betreiben Swisscom und Sunrise rund achtzig Antennen auf Kirchen. Begehrt sind Kirchtürme als Standorte, weil sie meist zentral liegen und hoch sind. Im Zuge der neuen 5G-Technologie werden die Netzanbieter zusätzlich etliche neue Antennen erstellen oder bestehende aufrüsten. Immer mehr Gemeinden und Bewohner machen aus Angst vor der Strahlenbelastung und den gesundheitlichen Risiken dagegen mobil.

Auch in den Kirchen sind die Bedenken gross, trotz lukrativer Angebote der Mobilfunkanbieter, gemäss Tages-Anzeiger 7000 Franken pro Jahr. Wie eine Umfrage des Kirchenboten bei den reformierten Kantonalkirchen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn, Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Schaffhausen zeigt, gibt es kaum Kirchtürme mit Antennen. Grossmehrheitlich sprechen sich die Kirchgemeinden, die geantwortet haben, auch künftig dagegen aus.

Keine Mehrheiten
Godi Dörfelt, Präsident der Kirchgemeinde Niederamt SO, bringt es auf den Punkt: «Ich persönlich habe wegen 5G zwar keine Bedenken, allerdings würde ich eine Installation in unseren Kirchtürmen nicht befürworten. Die Diskussion darüber ist zu kontrovers und würde sicher einigen Mitgliedern sauer aufstossen.»

Auch Evelyn Borer, Präsidentin der Kirchgemeinde Dornach-Gempen-Hochwald, bestätigt, dass sich in ihren Kirchtürmen keine Antennen befinden. Selbst wenn die Gemeinde irgendwann alternative Einnahmequellen suchen müsste, sei die Nutzung des Kirchturms für eine Funkantenne keine adäquate Lösung. Eine entsprechende Anfrage würde ihrer Ansicht nach keine Mehrheit finden.

Damit haben die beiden Präsidenten wohl recht. In Oberburg im Emmental, in Alpnach im Kanton Obwalden und im solothurnischen Kriegstetten wehrten sich die Kirchenmitglieder dagegen, dass die Netzanbieter die Glockentürme auf 5G umrüsten.

Unterstützung von Kantonalkirchen
Die Opposition an der Basis erhält Unterstützung von den Kantonalkirchen. Sie raten zu grosser Zurückhaltung bei der Errichtung von Mobilfunk-Antennen, auch wenn die Gemeinden autonom sind. Schon 2003 mahnte der Zürcher Kirchenrat die Behörden, ohne Einwilligung der Kirchgemeinden keine Verträge abzuschliessen, und gab zu bedenken, dass der Nachweis der Unschädlichkeit von Funkstrahlen immer noch nicht erbracht sei. 

2004 doppelte die reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn nach, es sei auf das Empfinden der Gläubigen Rücksicht zu nehmen. Tatsächlich stelle die Installation einer Antenne eine Zweckentfremdung dar, so die Berner Landeskirche.

Oder wie es ein Mitarbeiter der Pfarrei Kriegstetten gegenüber der Solothurner Zeitung erklärt: Mobilfunkanlagen gehören nicht in einen Kirchturm. «Dort gehören Glocken hin, mit denen wir zu Gott sprechen.»

Toni Schürmann, kirchenbote-online.ch, 27. Juni 2019


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