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Religionen

Entwicklung einer Lernkultur

Die Kirche ist laufend Änderungen unterworfen. Dies verunsichert, bietet aber auch Chancen, wie Thomas Schaufelberger, Leiter Aus- und Weiterbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer, aufzeigt.

Herr Schaufelberger, in welcher Situation befindet sich die Kirchenentwicklung heute?
Schaufelberger: Die Ausgangslage für eine Kirchenentwicklung ist heute sehr komplex. Man denke beispielsweise an den Mitgliederschwund der Kirchen, an den Relevanzverlust in der Gesellschaft, an Personalmangel, an das Bedürfnis nach gelebter Spiritualität und an die Segmentierung unserer Gesellschaft. Es gibt keine einfache Lösungen vom Schreibtisch aus.

Was braucht es für eine nachhaltige Entwicklung?
Entwicklung der Kirche ist an erster Stelle ein inhaltlicher Prozess. Es geht um unsere Inhalte, um unsere Theologie. Das bedingt eine ständige Reflexion, nicht nur individuell, sondern auch gemeinsam. Man darf hinhören und «offen sein für den Heiligen Geist». Innerhalb der Kirche gibt es unterschiedlichste Ansichten. Möchten wir die komplexen Herausforderungen gemeinsam angehen, dann geht das nur aus der neugierigen Begegnung heraus. Weiterentwicklung bedingt deshalb Lernräume mit verschiedenen Perspektiven, die nicht von oben herab diktiert, sondern von der Basis her entwickelt werden. Es soll eine Lernkultur gefördert werden, in der wir als Gemeinschaft voneinander lernen und vorwärtskommen (Community-Idee). 

Wie kann man sich das praktisch vorstellen?
«Mixed Economy» ist die Vision einer Kirche, worin ein gutes Gleichgewicht zwischen verschiedenen Ausprägungen besteht. Traditionelle Kirchenformen können von neuen Formen ergänzt werden, die um bestimmte Lebensstile, Gruppenmerkmale oder Themen herum entstehen. Beispiele solcher Projekte sind die «Metal Church» in Bern, die englischsprachige Kirche «All Souls» in St. Gallen oder das Diakonieprojekt «Coffee & Deeds» in Zürich.

Solche Prozesse gelingen wohl nicht immer auf Anhieb. Wie geht man damit um?
Eine «sich stetig reformierende Kirche» verändert sich naturgemäss. Veränderungen lösen Unsicherheiten aus. Das müssen wir aushalten, damit Neues entsteht. Einiges muss neu ausgehandelt werden – denken wir beispielsweise an die Verteilung der Ressourcen. Sowohl die traditionelle Seite als auch neue Formen müssen weiterentwickelt werden. Das gelingt nur mit einer ausgeprägten Fehlertoleranz und einer Kultur des Vertrauens.

Können diese Ansätze auch theologisch verankert werden?
Ein theologischer Ansatz zur Unterstützung dieser Entwicklung kann sein: «Wir trauen Gott zu, dass Er bereits in der Gesellschaft wirkt». Wir rechnen damit, dass Er bereits gegenwärtig ist in den unterschiedlichsten Ausdrucksformen der Menschen. Aus der Bibel lässt sich das vielseitig begründen. Gott handelt souverän in dieser Welt (z.B. Römer 9,20-21) und Er bereitet gute Dinge vor, damit wir sie tun (Epheser 2,8-10). Demut passt also in Anbetracht von Gottes Wirken. Darin liegt aber auch die Zuversicht für die Zukunft der Kirche.

 

Interview: Karsten Risseeuw | Foto: Andreas Ackermann  – Kirchenbote SG, Oktober 2018

 


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KiK Sommerlager 2019  | Artikel

Noch Plätze frei!

Vom 6. bis zum 13 Juli gibt es für Kinder von 7–12 Jahren wieder eine tolle Woche im Bündnerland.

Im Lager in Flond hat es noch freie Plätze, die gerne besetzt werden möchten!

 

Mehr Informationen zum Lager in Flond (GR) gibt's HIER

Rückfragen und Anmeldung:

 Fachstelle Kinder Jugend Familie

Gaby Bürgi Gsell, Oberdorfstrasse 49, 9100 Herisau

Tel. 071 277 54 21 (nur für Rückfragen!)

E-Mail: gaby.buergi@ref-arai.ch

 

 


Friedensarbeit gestern und heute - mehr als ein moralischer Appell?  | Artikel

Donnerstag (Auffahrt), 30. Mai,

10.00 Uhr in der Kirche Wolfhalden

Im Gottesdienst-Gespräch begegnen sich  Menschen, die zum Teil bereits seit den 60er Jahren in der Friedensarbeit tätig sind, mit Menschen der jüngeren Generation, die heute aktiv sind.

 

Gesprächsgäste sind:

Ruedi Tobler, Walzenhausen, Präsident des Schweizerischen Friedensrates, ein alter „Ostermarschierer“

Urs Rennhard, Heiden, er war für das DEZA während der Balkankriege in den 90er-Jahren in Bosnien und Herzegowina und der Republika Srpska aktiv; 

Jessica García, Peace Brigades International PBI Schweiz, die bis 2/2019 einen Einsatz in Kolumbien hatte

Paula Schindler und Elisa Hochreutener, Klimagruppe AR, als  junge Aktivistinnen der Klimabewegung