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Spiritualität

Mensch und Tier: der Anfang

Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er nicht. (Genesis 2,19-20). Die biblische Besinnung dazu.

Die beiden Bibelverse stehen im zweiten Schöpfungsbericht der Genesis. Sie zeigen die biblische Sicht vom Verhältnis von Mensch und Tier. Dort steht auch, wie Gott zunächst den Ackerboden schuf, dann den Menschen «nach seinem Bild». Daraufhin erkennt Gott, dass der Mensch allein ist, und dass er eine ihm gemässe «Hilfe» erhalten soll. Aus genau diesem Grund (Gen. 2,18) schafft Gott die Tiere und will sehen, welchen Namen der Mensch jedem Tier gibt, das heisst, welche Bedeutung er jedem Tier in Bezug auf sich selber beimisst. Es zeigt sich: Der Mensch kann zwar für jedes Tier einen Namen finden, aber er bleibt allein (Gen. 2,20). Daraufhin nimmt Gott einen Teil vom Menschen und schafft einen zweiten daraus, dem Gott selbst den Namen «Menschin» gibt. Und so ist der Mensch endlich nicht mehr allein, sondern sich selbst bekannt geworden im «artgerechten» Gegenüber.

«Der Schöpfungsbericht eröffnet ein Feld lebensaktueller Überlegungen.» 

Die Ansicht, dass das Tier letztlich nicht genügt, um dem Menschen ein lebenserfüllendes Gegenüber zu sein, ist jahrtausendealt. Der Mensch braucht seinesgleichen für ein «artgerechtes» Leben. Die Tiere hingegen soll der Mensch gemäss der Bibel beherrschen (Gen. 1,26), was auch beinhaltet, dass er ihre Umstände gut ordnet und darauf achtet, was für sie artgerecht ist. Die Genesis kennt die enge Verbindung eines Tiers mit einem Menschen nicht. Wie ist es von daher zu beurteilen, wenn ein Mensch sich ein Haustier hält? Wird das dem Menschen gerecht – und dem Tier? Solche Fragen eröffnen ein Feld überraschend lebensaktueller Überlegungen.

 

Text: Oliver Gengenbach, Pfarrer Kirchgemeinde Unteres Neckertal | Foto: pixabay  – Kirchenbote SG, September 2018

 


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