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Kultur

«Für Fabrikanten und das entlegenste Gehöft»

29.06.2020
«Und fest zusammenhalten wie die Nagelfluh»: Diesen Rat gibt die Probenummer des «Kirchenboten für das evangelische Toggenburg» den Kirchbürgern. Dies täten nämlich die Katholiken, warum also nicht auch die Reformierten? – Vor 100 Jahren gründen Kirchenvorsteher den «Kirchenboten für das evangelische Toggenburg».

Das im Juli 1920 erschienene achtseitige Blatt soll als «freundlicher Bote» von Fabrikanten und Arbeitern gelesen werden, und bis ins «entlegenste Gehöft» vom protestantischen Geist zeugen. Das Toggenburg wird in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer Agrar- zu einer Industrieregion, zu der auch der Tourismus im oberen Toggenburg gehört. Im November 1919 beraten daher Kirchenvorsteher an einer Tagung über die «neuzeitlichen Aufgaben» der Kirche. Die Kirche müsse eine Dienerin der «Volksseele» sein. Die Gründung eines «toggenburgischen Kirchenboten» ist ihnen das geeignete Mittel.

Nicht erschlossenes Zeitdokument
Bis zum Advent 1951 erscheint dieser Kirchenbote im Auftrag des Kapitels Toggenburg, dannzumal mit einem Einzugsgebiet von Rapperswil bis Gossau. Eine Würdigung und Einordnung seiner Haltung ist mit Durchblättern nicht möglich. Dafür wäre eine historisch-theologische Arbeit notwendig, die gerade für die Zeit des Zweiten Weltkriegs spannend wäre. Auf die Schnelle steht immerhin fest, dass der Kirchenbote damals mehrfach Bilder von Willy Fries mit ihrer überdeutlichen sozialen Botschaft abdruckt.

Pfarrer als Redaktoren
Als Redaktoren amten Pfarrpersonen, von denen aufgrund der Amtsdauer Carl Gsell heraussticht. Der Wattwiler Pfarrer und Rechtsanwalt, der im Zweitstudium Theologe wird, beginnt seine Redaktorentätigkeit Ende 1945. Ab 1952 erscheint, nicht ohne kritische Nebengeräusche aus dem Toggenburg, der kantonale Kirchenbote. Gsell ist bis 1962 der erste Redaktor des kantonalen Blattes. Er schreibt über sich: «Ich versuchte, eine positiv-biblische Theologie mit sozialer Aufgeschlossenheit zu verbinden.»

Das Volk steht auf
Weiter fällt das Geschichtsbewusstsein auf. In loser Folge werden Kirchen mit ihrer Entstehungsgeschichte porträtiert. Zum Jubiläum «400 Jahre Synode Toggenburg» im Jahr 1929, dem Beginn der verfassten reformierten Kirche im Thurtal, erscheint eine 12-seitige Sondernummer. Der Titel interpretiert die Reformation, und man könnte ihn auch im Jahr 2020 setzen: «Das Volk steht auf». 

Text | Foto: Daniel Klingenberg, Pfarrer, Mittleres Toggenburg – Kirchenbote SG, Juli-August 2020

 

Im Geist des Aufbruchs

Seit der Gründung des Bundesstaates 1848 erlebte die Schweiz eine Vervielfachung der Mediendichte. Auch in der Ostschweiz. Motor dieser Entwicklung ist die liberal-konservative Polarisierung. Michael Walther ist Autor einer «Mediengeschichte des Kantons St. Gallen». Darin stellt er im 19. Jahrhundert eine Verzwölffachung der Mediendichte fest. Dazu gehören auch viele kirchliche Blätter. So entstehen in den 1910er-Jahren im Rheintal und in der Stadt St. Gallen mehrere regionale und lokale reformierte Kirchenblätter. «Der Toggenburger Kirchenbote entstand wohl in diesem Aufbruchsgeist, in dem sich auch die Region befand», sagt Walther. Einen Rückschluss auf die Haltung des Toggenburger Kirchenboten lässt der Druckort Flawil zu. Wie Walther schreibt, ist der Ort eine «Hochburg der Freisinnigen». (dk)

 


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Angesagt!

Noch ist es nicht ganz eindeutig, doch die Anzeichen mehren sich, dass Lager in den Sommerferien durchgeführt werden können. Deshalb schreiben wir unser traditionelles KiK-Lager einfach mal aus.

Falls sich die Situation wieder verschärft, werden alle Eltern informiert!

4. bis am 11. Juli 2020

Thema: «Clubferien»

Kinder im Alter zwischen 7 und 12 Jahren sind herzlich willkommen. Wir lagern im Ferienhaus Camelc in Flond GR.

Total 42 Kinder können mitkommen. Auskunft über Kosten und Unterstützungen bei Budgetknappheit gibt es bei der:

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Gaby Bürgi Gsell

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Tel. 071 277 54 21  |  Mail gaby.buergi@ref-arai.ch

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Reformierte im Fokus  | Artikel

Klärung step by step

Seit einiger Zeit finden die Vorkommnisse der Evangelischen Kirche Schweiz (EKS) ihren Weg auch in die Appenzeller-Zeitung. Was als kommunikatives finsteres Desaster begann, wird langsam erhellt und einsehbar. Wie lange es dauern wird, bis wirlich Klarheit herrscht, ist gegenwärtig noch offen, Die Bestellung der Untersuchungskommission basierte nicht auf der massgebenden Rechtsgrundlage. Für Interessierte gibt es hier Informationen zur Entwicklung aus dem reformierten Medienhaus ref.ch.

Zu den Rücktritten EKS - was ist bekannt - was ist nicht bekannt

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