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Leben & Glauben

«Alles war hier anders»

24.06.2020
Reformierter, Ägypter und Schweizer, Pfarrer für arabische Kirchen und Diakon. Geht das alles unter einen Hut? Ja, bei Ekramy Awed schon.

Wir sitzen im Kirchgemeindehaus Dulliken – im Sicherheitsabstand von zwei Metern. Aufgrund der Corona- Pandemie ist das Gemeindehaus verwaist. Ekramy Awed arbeitet hier seit Kurzem als Diakon. Das Virus ängstigt den 46-Jährigen nicht weiter. In seinem Leben hat er viele Herausforderungen erlebt.

Anschläge auf Gotteshäuser
1974 kommt Awed in einer christlichen Familie in Ägypten auf die Welt. «In meiner Heimat ist es für Christen und tolerante Muslime nicht einfach», sagt Awed. Der Staat versucht, die Kopten vor den Islamisten zu beschützen, trotzdem kommt es immer wieder zu Anschlägen auf Gottesdienste in den Kirchen, auf Moscheen und zu Diskriminierung.

Ekramy Awed will 1991 Medizin studieren, doch er verfehlt knapp den Notendurchschnitt für die Zulassung. Awed ist verzweifelt. Als er betet, kommt er zur Einsicht, dass Gott wichtiger ist als aller Erfolg. Das Wort berührt ihn so stark, dass er sein Leben Jesu übergibt. «Ich spürte in diesem Augenblick so viel Frieden in mir», erzählt er. Nach dem Erlebnis studiert er Englisch und Geografie und wird Gymnasiallehrer. 2001 zieht es ihn wegen der Liebe in die Schweiz, er heiratet. Heute hat er einen neunjährigen Sohn.

Die ersten Jahre waren wie in einem Traum
Angekommen in der Schweiz erlebt er einen Kulturschock. «Ich hatte drei Jahre lang das Gefühl, in einem Traum zu leben. Alles war anders und fremd, die Farben, das Licht, die Luft, das Essen und die Sprache», sagt Ekramy Awed.

In der Schweiz arbeitet er als Küchenhilfe, später als Arabisch-Lehrer an der Universität Bern, der Volkshochschule und der Migros-Klubschule. Seit er in der Schweiz lebt, hat er die Vision, eine reformierte, arabische Kirchgemeinde zu gründen. Er will den Menschen aus Nordafrika und dem Vorderen Orient bei der Integration helfen.

Arabische Kirche in der Schweiz gegründet
Awed studiert Theologie. 2010 gründet er die erste arabische Kirche in der Schweiz, welche die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn später als Migrationskirche anerkennen. 2013 wird Ekramy Awed in der Heiliggeistkirche in Bern ordiniert. Awed erlebt dies als einen der Höhepunkte in seinem Leben. Ergriffen zeigt er das Video dieser Feier auf seinem Handy. In seinen Kirchgemeinden – inzwischen gibt es weitere in Basel und Lugano – will er Arabischsprechenden helfen, sich in der Schweiz zurechtzufinden. Viele, gerade Asylbewerber, erlebten einen Kulturschock, sagt Awed. «Sie müssen lernen, wie das Leben hier funktioniert und wie sie sich in der Gesellschaft bewegen müssen, damit sie nicht anecken.»

Dialog mit Andersgläubigen
Auch Muslime kommen zu Ekramy Awed. Sie suchen den Dialog mit Andersgläubigen, denn in ihren Herkunftsländern ist dieser Dialog nicht möglich. Awed will sie nicht missionieren. Er will sich mit ihnen über den Glauben austauschen. Die Muslime interessierten sich für Gott, für die Persönlichkeit Jesu, von dem auch der Koran erzählt, oder für das Fasten, erzählt er. «Und natürlich fragen sie, warum man in der Schweiz nicht mehrere Frauen heiraten darf oder wie man sich hier scheiden lässt.»

Die Kirche habe unter den Muslimen viele Freunde, ist Awed überzeugt Und der IS und die Terroristen? Kein Mensch sei von Natur aus böse, versichert Ekramy Awed. Oft bereite soziales Elend den Boden für den Terrorismus.

Tilmann Zuber, kirchenbote-online


KiK Sommerlager 2020  | Artikel

Angesagt!

Noch ist es nicht ganz eindeutig, doch die Anzeichen mehren sich, dass Lager in den Sommerferien durchgeführt werden können. Deshalb schreiben wir unser traditionelles KiK-Lager einfach mal aus.

Falls sich die Situation wieder verschärft, werden alle Eltern informiert!

4. bis am 11. Juli 2020

Thema: «Clubferien»

Kinder im Alter zwischen 7 und 12 Jahren sind herzlich willkommen. Wir lagern im Ferienhaus Camelc in Flond GR.

Total 42 Kinder können mitkommen. Auskunft über Kosten und Unterstützungen bei Budgetknappheit gibt es bei der:

Fachstelle Kinder Jugend Familie

Gaby Bürgi Gsell

Oberdorfstrasse 49, 9100 Herisau

Tel. 071 277 54 21  |  Mail gaby.buergi@ref-arai.ch

Falls das Lager stattfindet, werden die Unterlagen Mitte Juni verschickt!

Wir freuen uns einmal mehr auf tolle Lagertage mit vielen verschiedenen Aktivitäten drinnen und draussen!

jetzt anmelden und vorfreuen!


Reformierte im Fokus  | Artikel

Klärung step by step

Seit einiger Zeit finden die Vorkommnisse der Evangelischen Kirche Schweiz (EKS) ihren Weg auch in die Appenzeller-Zeitung. Was als kommunikatives finsteres Desaster begann, wird langsam erhellt und einsehbar. Wie lange es dauern wird, bis wirlich Klarheit herrscht, ist gegenwärtig noch offen, Die Bestellung der Untersuchungskommission basierte nicht auf der massgebenden Rechtsgrundlage. Für Interessierte gibt es hier Informationen zur Entwicklung aus dem reformierten Medienhaus ref.ch.

Zu den Rücktritten EKS - was ist bekannt - was ist nicht bekannt

Sabine Braendlin begründet ihren Rücktritt

Untersuchungskommission auf falscher Grundlage?

 

Sollten weitere Informationen folgen, werden Ihnen diese hier zur Verfügung gestellt.

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