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Kultur

St. Galler geben Zwingli Boden unter die Füsse

Das Zürcher Zwingli-Denkmal drohte vom Sockel zu fallen. Doch das Reformationsjubiläum offenbarte die Mängel.

Es ist ein Wahrzeichen Zürichs: das Zwingli-Denkmal hinter der Wasserkirche. Gross steht Zwingli mit Bibel und Schwert neben der Limmat. Was bis vor einem Jahr niemand wusste: Die Innenkonstruktion war – von aussen unsichtbar – derart von Rost zerfressen, dass das Denkmal vom Sockel zu stürzen drohte.

Am Zürifäscht auf Augenhöhe

Auf die Schliche kam man dem rostigen Boden durch Zufall. 2019 jährte sich der Amtsantritt Zwinglis als Zürcher Leutpriester zum 500. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums holte die Zürcher Landeskirche das Denkmal vom Sockel und ermöglichte den Besucherinnen und Besuchern des Zürifäschts, «Zwingli» auf Augenhöhe zu begegnen. Dabei wurde der Rost entdeckt.

Spezielle Konstruktion

Nun wird das Denkmal im Sittertal restauriert. Geschützt durch ein Zelt ist es aufgebahrt. «Das Denkmal ist unter Zug auf den Sockel geschraubt, das ist eine spezielle Konstruktion», sagt Restaurator Peter von Bartheld von der Kunstgiesserei St. Gallen. Er wolle diese Konstruktion beim Restaurieren erhalten. «Zwingli ist toll, weil er die Menschen bewegt», schwärmt von Bartheld. Das Denkmal wurde 1885 vom österreichischen Bildhauer Heinrich Nater geschaffen und in Wien gegossen. «Damals war es braun», erzählt von Bartheld. Die grüne Farbe sei erst mit der Zeit durch Oxidation entstanden. Was damals als unschön galt, störe heute nicht mehr. «Das Empfinden verändert sich.»

Umstrittenes Denkmal

Das Denkmal ist umstritten. «Man sollte es eigentlich entfernen», meint Peter Opitz, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Zürich gegenüber ref.ch. Denn es erzähle mehr über die Entstehungszeit Ende des 19. Jahrhunderts als über Zwingli selbst. Es sei die Zeit der Helden und üppigen Monumente gewesen. Dass man Zwingli vor allem als Machtpolitiker gesehen habe, zeige sich am Schwert. «Die Bibel hält er zwar auch noch, aber eher so nebenbei. Zwingli würde sich völlig missverstanden fühlen.»

Text: Stefan Degen | Foto: Andreas Ackermann


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