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Kirche

Irene Spälti ist neue Glarner Kirchenrätin

Im Zeichen von Wahlen, Finanzen und Kirchenentwicklung stand die Herbst-Synode der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Glarus. Irene Spälti-Bornhauser aus Mollis komplettiert den kantonalen Kirchenrat.

Die neue Kirchenrätin ist 64-jährig und Inhaberin der Irene Spälti GmbH, einer Agentur für Kommunikation. Eigentlich wäre sie lieber zehn Jahre früher angefragt worden. Aber sie könne sich vorstellen, dass sie das Amt länger mit Freude ausüben werde, sagte sie am Donnerstagvormittag in Glarus. Sie übernimmt im kantonalen Kirchenrat das neu geschaffene Ressort Kommunikation.

Geld für Sanierung der Kirche Mühlehorn war umstritten

Das Kirchenparlament hatte diverse Finanzanträge zu beraten. Umstritten war das Subventionsgesuch der Kirchgemeinde Kerenzen für die Renovation der Kirche Mühlehorn. Der kantonale Kirchenrat beantragte, das Gesuch abzulehnen. «Aus formaljuristischen Gründen», wie Vizepräsident Sebastian Doll betonte. Denn die Kirchgemeinde hatte drei Monate vor der Synode mit den Bauarbeiten begonnen. Einen Antrag, den Baubeginn bis zum Synode-Entscheid aufzuschieben, hatte die Kirchgemeindeversammlung abgelehnt, obwohl dies gemäss der entsprechenden Verordnung Voraussetzung für einen Beitrag aus dem Baufonds gewesen wäre. Ausser es hätte sich um Notmassnahmen gehandelt, was der kantonale Kirchenrat aber verneinte.

Walter Schaub, Präsident der Kirchgemeinde Kerenzen, wollte «nicht kampflos aufgeben» und beantragte, die 89'040 Franken aus dem Baufonds zu genehmigen. Sein Rat sei infolge mangelhafter Kommunikation des Kantonalkirchenrates der festen Überzeugung gewesen, dass die Sanierung unter Notmassnahmen laufe. Die Experten hätten nicht ausschliessen können, dass Teile der Decke einstürzen würden. Hätten sie warten müssen, wäre die Kirche fast zweieinhalb Jahre geschlossen gewesen. «Es sind Fehler passiert. Paragraphenreiterei ist unter diesen Voraussetzungen nicht angebracht», so Walter Schaub.

Unterstützt wurde er von diversen Rednern. Die Ansichten, was man unter Notmassnahmen verstehe, seien völlig unterschiedlich, wurde mehrfach argumentiert. So wünschte denn auch ein Redner, die Verordnung zu überarbeiten. «Wollen wir politisch oder juristisch entscheiden? Ich plädiere für vernünftig», meinte ein Pfarrer.

In der Abstimmung wurde zunächst ein Antrag, den Beitrag «als kleine Strafe» auf 75‘000 Franken zu reduzieren, klar verworfen. In der Hauptabstimmung sprach sich die Synode dann mit 45 zu 3 Stimmen bei zwei Enthaltungen für die 89‘049 Franken zugunsten der Kirchensanierung in Mühlehorn aus.

Das Subventionsgesuch der Kirchgemeinde Mollis-Näfels für die Sanierung der Orgel und den Ersatz der Akustik- und Höranlage – insgesamt rund 36‘000 Franken – passierte hingegen diskussionslos.

Ja zu Beitrag an Kirchentag 2021

Einstimmig genehmigte die Synode 75‘000 Franken als Beitrag an den kantonalen ökumenischen Kirchentag vom 11. bis 13. Juni 2021. Dieser wird unter der Losung «Salz der Erde und Licht der Welt» stattfinden. Da die katholische Kirche den gleich hohen Beitrag genehmigt hat, kann das OK unter Martin Laupper die Vorbereitungsarbeiten nun konkret an die Hand nehmen.

Unbestritten blieb auch das von Quästor Daniel Jenny vorgelegte Budget 2020, welches bei einem Gesamtaufwand von 1,091 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 1,090 Millionen einen kleinen Rückschlag von 1060 Franken ausweist. Der Steuerfuss wurde um 0,1 Prozent auf 1,7 Prozent gesenkt (0,1% Finanzausgleich Kirchgemeinden, 1,35% Aufgaben Landeskirche und 0,25% Baufonds).

Kirchenentwicklung als ständiger Auftrag

Ohne Gegenanträge passierten Änderungen der Kirchenordnung und der Verordnung über die berufliche Vorsorge.

Bei der Genehmigung der Legislaturziele 2018 bis 2022 unter dem Leitsatz «Unsere Kirche ist bekannt als zeitgemässe und glaubwürdige Verkünderin des Evangeliums in Wort und Tat» wünschte GPK-Präsident Hans Heinrich Hefti, dass sich künftige Leitziele an der «smart»-Formel («spezifisch, messbar, akzeptierbar, realistisch und terminiert») orientierten. Christian Marti würdigte die Arbeit des kantonalen Kirchenrates, wünschte aber wie der GPK-Präsident, dass die Legislaturziele künftig früher vorlägen.

Keine Wortmeldungen aus den Reihen der Synodalen gab es beim Traktandum «Abschluss Glarner Generationenkirche und Neustart Kirchenentwicklung». Kirchenratspräsident Ulrich Knoepfel betonte, der Erneuerungsprozess habe wichtige Veränderungen in der Kirche bewirkt. Die Synode genehmigte den Abschlussbericht. Im Sinne des reformatorischen Prinzips «Ecclesia semper reformanda» (die Kirche ist immer zu reformieren) erteilte sie dem kantonalen Kirchenrat den Auftrag zur ständigen Kirchenentwicklung.

Ihr Gelübde legten das neue Pfarrehepaar aus Niederurnen, Martina und René Hausheer-Kaufmann, sowie Manuela Elmer aus Elm ab. Wenn Pfarrerin Jutta Schenk im April 2020 ihre Arbeit in der Kirchgemeinde Bilten-Schänis aufnehmen wird, sind alle Pfarrstellen im Kanton wieder besetzt. Dies erfülle den Kirchenrat mit Freude, sagte Präsident Ulrich Knoepfel.

In seiner Eröffnungsrede hatte Synodepräsident Andreas Hefti betont, dass die Landeskirche nicht bloss aus Hardware (Mauern), sondern auch aus Software (Menschen) bestehe. «Heute können wir es uns noch leisten, in Mauern und kirchliches Personal zu investieren. In Zukunft werden wir eventuell nicht darum herumkommen, Prioritäten zu setzen.» Menschen könne man nicht gelegentlich restaurieren, man müsse sie ständig begleiten.

Die Synode war mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche Glarus eröffnet worden, gestaltet vom Chlytaler Pfarrer Beat E. Wüthrich. In einem Jahr wird Pfarrerin Annemarie Pfiffner von Kerenzen am traditionellen Synode-Gottesdienst predigen.

Sympathisch war die Geste des Glarner Gemeindepräsidenten Christian Marti: Aus Anlass des Zukunftstages begleitete ihn seine Tochter Norina an die Synode. 

Madeleine Kuhn-Baer, Medienbeauftragte


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