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Kultur

Wer wird Biblionär?

Vier offene Kirchen, mit je vier Programmteilen à vierzig Minuten: Am Alten Rhein wurde die Entwicklung der Reformation und ihre Veränderung in Lied, Bild, Musik, Wort und Feier nachgezeichnet. Der Anlass stiess auf Anklang. Die Möglichkeit, die Kirche zu wechseln, wurde genutzt.

«Uns brachte die Reformation Johannes Kessler nach St. Margrethen», sagt Kirchenvorsteher Renzo Tavarner stolz. Er widmete Vadians Weggefährten, der hier ab 1536 ein Jahr Prädikant war, eine Ausstellung. Kesslers Tagebuchauszug prangte an der Kirchenwand, erzählte, wie der Reformator hoch zu Pferd ins Dorf einzog. Bible-Art, das Brotbacken und Suppelöffeln leiteten über zum Auftritt des Gospelchors Wittenbach mit Band. 

«Das Kirchenlied hat den reformierten Inhalt transportiert. Es ist eindringlicher als die Predigt.»
Klaus Steinmetz, Pfarrer in Buechen

Das Lied als roter Faden
Die Musik, das Lied zog sich in allen offenen Kirchen wie ein roter Faden durch die Nacht.  «Die Kirche Buechen ist mit der Orgel im Chorraum für Konzerte prädestiniert», erklärt Klaus Steinmetz. Mit Kinder- und Lagerliedern, Kirchenliedern aus der Reformations- und Barockzeit, moderner Literatur und zeitgenössischen Singtagsliedern sang man sich durch die 500 Jahre alte Erfolgsgeschichte des Kirchenlieds, im Wissen, dass Zwingli zunächst die Musik aus dem Gottesdienst verbannte, sie heute aber kaum mehr wegzudenken ist. «Wir würdigen mit diesem Abend die einzelnen Epochen», so Steinmetz.

Wer wird «Biblionär»?
Um das Lied, Wort und Bild drehte es sich im Rheinecker Programm «wandelbar». Ein deftiger Spruch Luthers hier, Bibelkabarett da. Das Quiz «Wer wird Biblionär?» begeisterte. Zwei Gewinner erreichten die 1000er-Frage. Später erwanderten sie mit andern die Ausstellung «vom Bildersturm zur Bilderwelt», bei der eine Galerie behilflich war. 

«Reformiert mit Gold verziert! Toll, dass Katholiken und Reformierte nicht eigene Kirchen bauten und nun in Thal das gemeinsame Erbe nutzen.»
Barbara Köhler, Pfarrerin in Thal

Begann alles mit der Wurst?
Die Thaler feierten unter dem Titel «Im Spiegel von gestern die Kirche von heute» und fragten sich, wann eigentlich die Reformation begann? War es das Froschauer Wurstessen 1522? Und so drehte sich im Kirchgemeindehaus das Geschehen auch um die Wurst, das Essen, eine nachgestellte Tischrede, Katharina von Bora und das Zusammensein. Denn in Thal wird die Kirche – im Gegensatz zu andern Orten – noch heute paritätisch genutzt. Ein theologisch-kunsthistorischer Rundgang und eine Turmbesteigung drängten sich auf, das Zwingli-Bier oder der Jubiläumssekt am Schluss der «Nacht der offenen Kirchen» ebenfalls.

 

Text | Foto: Katharina Meier  – Kirchenbote SG, März 2018


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